Fragen Sie sich, was man bei Haarausfall tun kann? Unsere Haare sind Spiegel der Gesundheit und schon seit Alters her ein Zeichen von Schönheit, Gesundheit, Kraft und Erfolg. Gesunde, volle Haare sind kein Zufall. Haarwachstum und die Haarfülle sind nicht nur gefühlt der Spiegel unserer Gesundheit und unserer Ernährung. Das hat auch seinen Grund:

Fehlen dem Körper lebenswichtige Nährstoffe (Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente), konzentriert er die zur Verfügung stehenden Mengen an Mikronährstoffen auf die lebenswichtigsten Funktionen. Deshalb spart der Körper zu allererst bei den Prozessen mit der Verwendung der Nährstoffe, wo es für den Organismus am wenigsten lebenswichtig ist: beim Haarwachstum.

Das Ergebnis: Gerade bei einem leichten Mangel an bestimmten Aminosäuren, Vitaminen oder Spurenelementen treten zunächst keine direkten Beschwerden auf. Aber die Haare bekommen nicht mehr alle für die Haarbildung benötigten Stoffe.

Bei einem niedrigen Eisenspiegel ist das besonders schnell zu sehen: auch bei einem Eisenspiegel im Blut, der nach klinischen Standards gerade noch ausreichend ist, wird oft bereits diffuser Haarausfall als Mengelsymptom beobachtet. Dabei ist Eisenmangel vor allem bei Frauen weit verbreitet: 75% der Frauen zwischen Pubertät und Menopause haben Eisenmangel

1. Durch die Einnahme von Eisen als Nahrungsergänzung kann der Mangel innerhalb weniger Wochen behoben werden.

Haarausfall und stumpfe, glanzlose Haare sind daher frühe Indikatoren einer Mangelversorgung. Der Körper zeigt uns so nicht nur, dass zu wenig Eisen vorhanden ist, sondern Haarausfall ist auch Mangelsymptom für verschiedene Vitamine und Aminosäuren.

Haarbausteine Aminosäuren

Haare bestehen zu einem großen Teil aus den schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin. Sie sind am Aufbau des Haarkeratins beteiligt und verbinden die einzelnen Keratinfasern zu dem Haar.

cystein und Haarausfall

Für den Wachstumsprozess in den Haarwurzeln (“Folikel”) sind neben diesen beiden schwefelhaltigen Aminosäuren auch insbesondere Vitamin C, Vitamin E und die Spurenelemente Eisen, Zink und Kupfer wichtig.

Cystein: zentraler Haarbaustein

Die Einnahme von zusätzlichem Cystein in Kombination mit Pantothensäure (Vitamin B5) und Hirsesamenextrakt hat sich als sehr effektiv bei Frauen mit diffusem, androgenetischem Haarausfall erwiesen.

In der in Deutschland durchgeführten Studie konnte bereits nach 3 Monaten der Einnahme von 400 mg Hirsesamenextrakt, Cystein und Pantothensäure festgestellt werden, dass sich das Haarwachstum wieder normalisiert hat. Der Hirsesamenextrakt ist reich an Silicium und scheint Haarwachstum-stimulierende Bestandteile zu enthalten. Die Untersuchung wurde placebokontrolliert durchgeführt und hat statistisch signifikante Ergebnisse gebracht. Das bedeutet, dass die Ergebnisse als sehr aussagekräftig angesehen werden können.2

Methionin für starke Haare und Nägel

Die zweite besonders schwefelhaltige Aminosäure Methionin bildet Schwefelketten, die die Grundstruktur von Haut, Nägeln und vor allem Haaren sind. Eine in Italien veröffentlichte Studie hat festgestellt: Durch die Einnahme von Methionin kann man scheinbar das gesunde Haarwachstum fördern.3

Bei Störungen der Haar- und Nagelbildung ist die Einnahme schwefelhaltiger Aminosäuren wie Cystein und Methionin zusammen mit Zink und B-Vitaminen empfehlenswert.4
Dr. Uwe Gröber, Apotheker und Buchautor

Arginin und gesunde Haare

Arginin ist eine semi-essentielle Aminosäure, die vor allem für die Durchblutung wichtig ist. Sie liefert den Baustein NO (Stickoxid), mit dem den feinen Äderchen signalisiert wird, dass sie sich weiten sollen. Nur so in geweiteter Stellung können sie genügend Blut und Nährstoffe transportieren.

Dies scheint insbesondere auch wichtig für das Haarwachstum zu sein, wie eine neuere Studie aus 2013 feststellt.5

Vitamine und Spurenelemente für Haarwachstum

Eisenmangel: weit verbreitet und Ursache für Haarausfall

Aminosäuren bei HaarausfallRund 75% aller Frauen zwischen Pubertät und Menopause haben Eisenmangel.6 Dabei kann schon ein niedriger Eisenspiegel, der noch nicht als Eisenmangel bezeichnet wird, dazu führen, dass übermäßig viele Haare ausfallen.

Eine gute Eisenquelle ist rotes Fleisch (Rind, Schwein, Wild) oder Spinat. Wer wenig Rindfleich und Schweinefleisch isst, hat häufiger einen niedrigen Eisenspiegel. Vor allem für Frauen ist daher ratsam, auf eine eisenreiche Ernährung zu achten. Es kann sinnvoll sein, ggf. bei Haarausfall die tägliche Nahrung mit Eisen zu ergänzen.

Vitamin E: 50% Mangel, Einnahme kann Haarausfall bremsen

Vitamin E ist ein zwentrales, wichtiges fettlösliches Vitamin für den Zellschutz, für den Schutz von Haut und empfindlichen Zellen wie den Haarfollikeln. Etwa 50% der Bevölkerung, Männer und Frauen, nehmen nicht einmal die empfohlenen Mindestmengen an Vitamin E zu sich. Dies sind nicht die Ergebnisse aus Entwicklungsländern. Sondern das zeigte die Nationale Verzehrsstudie aus 2008, eine von der Bundesregierung geförderte Untersuchung von rund 20.000 Menschen aus Deutschland.

Folge eines Vitamin E Mangels ist unter anderem gestörtes Haarwachstum. So konnte während einer achtmonatigen Studie festgestellt werden, dass in Folge der Einnahme von Vitamin E  das Haarwachstum der Studienteilnehmer im Schnitt um 42% gesteigert wurde.7

Vitamin C

Cystein ist notwendig für die HaarbildungAuch Vitamin C Mangel ist in Deutschland weit verbreitet. Quer über alle Bevölkerungsgruppen weist etwa jeder dritte Bundesbürger einen Vitamin C Mangel auf und nimmt nicht einmal die empfohlene Mindestmenge von 80 mg auf. Dabei ist Vitamin C zentral an den Entstehungsprozessen von Keratin beteiligt und daher essentiell für gesunde Haare, Haut und Nägel.

Biotin

Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es ist besonders wichtig für die Zellteilung und den Zellstoffwechsel. Biotinmangel führt unter anderem zu trockener Haut, Haarausfall und Glatzenbildung.

Zink

Zink ist eines der wichtigsten Spurenelemente, weil es an über 200 verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Zinkmangel kann deshalb auch eine große Bandbreite an Symptomen bewirken, u.a. verstärkt Haarausfall. Zink ist auch an der Bildung von Keratin beteiligt. Keratin bildet den wichtigsten Bestandteil der Haare, der Haut und der Nägel.

Durch Zinkmangel bedingter Haarausfall lässt sich einfach mit der zusätzlichen Einnahme von Zink (etwa 10 mg bis 15 mg am Tag) stoppen.

Kupfer

Kupfer ist ebenfalls ein für das Haarwachstum und vor allem die Haarfarbe wichtiges Spurenelement. Fehlt dem Körper Kupfer, so werden Haare spröde, farblos und glanzlos. Ein Kupfermangel kann man ebenfalls – wie bei Zink, Eisen und Vitaminen auch – relativ einfach durch Nahrungsergänzungen oder eine konsequente Nahrungsumstellung beheben.

Traubenkenextrakt

Traubenkernextrakt enthält Procyanidine. Diese sekundären Pflanzenstoffe verbessern die Durchblutung und haben ein hohes antioxidatives Potential. Durch diese Effekte könnte es zu einem Schutz der empfindlichen Haarwurzeln und einer besseren Nährstoffversorgung kommen. Kombinationsprodukte mit Traubenkernextrakten wurden in internen Studien der Firma Inneov erfolgreich getestet, die Studien aber nicht veröffentlicht.

Haarausfall während und  nach der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft benötigt die Frau etwa doppelt so viele Vitamine und Spurenelemente wie normal. Es wird aber nur etwa 20% mehr Energie (also Kohlenhydrate und Fett) benötigt. Wenn während der Schwangerschaft nicht konsequent auf eine Ernährung mit sehr viel Obst und Gemüse, aber auch fettarmem Fleisch geachtet wird, kann sich Haarausfall als Symptom einer Mangelernährung bemerkbar machen.

Während der Schwangerschaft funktioniert der Körper nach demselben Prinzip, dass die wichtigsten Funktionen des Körpers mit oberster Priorität versorgt werden: zuerst das Ungeborene, dann die Mutter, und zuletzt die Haare der Mutter.

Wie schnell wirkt eine Nahrungsergänzung?

Um realistisch einzuschätzen, wie schnell eine Ergänzung wichtiger Aminosäuren und Haarvitamine einen sichtbaren Erfolg bringen kann, muß man sich zunächst den Prozess des Haarwachstums vor Augen halten. Das Haarwachstum erfolgt in drei Phasen (“Haarzyklus”):

  1. Anagenphase: die Wachstumsphase der neuen Haarwurzel. Das Haar wächst in der Kopfhaut. Diese Anagephase dauert zwischen zwei und sechs Jahren. Über 85% der Haare sollten sich in der Anagenphase befinden und wachsen.
  2. Katagenphase: eine kurze Übergangsphase von wenigen Wochen. Das Haar stellt sein Wachstum ein und löst sich von der Haarpapille. 1% der Haare befinden sich in dieser Zwischenphase.
  3. Telogenphase: Das Haar wächst nicht mehr und hat sich von der Papille gelöst. Die Haarwurzel ist aber weiterhin in der Kopfhaut verankert. Zwei bis vier Monate dauert diese Phase, maximal 15% der Haare sollten sich in dieser Endphase befinden.

Daraus folgt: auch wer heute einen Vitaminmangel oder Mangel an Aminosäuren als Ursache erfolgreich bekämpft, dann werden noch über mindestens zwei bis vier Monate Haare ausfallen, die vor dieser Zeit abgestorben sind. Daher kann man einen sichtbaren Erfolg auch erst nach zwei bis vier Monaten erwarten.

Wegen dieses relativ langsamen und empfindlichen Haarzyklusses empfehlen viele Fachleute auch, mit einem Multiprodukt möglichst viele verschiedene Mangelfaktoren gleichzeitig auszuschliessen. Und nicht mit einzelnen Vitaminen sein Glück zu versuchen und viel wertvolle Zeit vergehen zu lassen.

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Literaturnachweise:

  1. siehe Ergebnisbericht Nationale Verzehrsstudie 2008, Teil 2; Anhang Tab. “Eisen”
  2. Trüeb R.M.: Systematic approach to hair loss in women, Journal of the German Society of Dermatolgy 2010; 8 (4): 284- 297
  3. Alonso, L. & Fuchs, E.; “The hair cycle”; Journal of Cell Science, 2006; issue 119, Seiten 391-393
  4. Gröber, Uwe; “Orthomolekulare Medizin”; 3. Aufl.; S. 192
  5. Saini, R. & Zanwar, A. A.; “Arginine Derived Nitric Oxide: Key to Healthy Skin”; Bioactive Dietary Factors and Plant Extracts in Dermatology”; 2013, Seiten 73-82
  6. Ergebnisbericht Nationale Verzehrsstudie, Teil 2, 2008
  7. Ling et al., School of Pharmaceutical Sciences, Malaysia. Aus patentrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht
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